Wahl des Oberbürgermeisters in Tübingen: Stellungnahme des Instituts Schreier zu Umfrageergebnissen - professionelle Umfragen sind einfachen Onlinebefragungen klar überlegen

Das unabhängige Institut Schreier, Umfragen und Analysen, mit Sitz in Tübingen hat im Vorfeld der OB-Wahl eine Umfrage in der Tübinger Bevölkerung durchgeführt. Ergebnis dieser Umfrage war, dass ein Großteil der Befragungsteilnehmer noch nicht bzgl. des zu wählenden Kandidaten festgelegt war, der Amtsinhaber Boris Palmer jedoch mit gut doppelt so vielen sicheren Stimmen rechnen konnte als seine Konkurrentin Beatrice Soltys. Bei einer ausreichend großen Wahlbeteiligung sei daher mit einem Sieg des Amtsinhabers zu rechnen.
Damit konnte die vom Institut Schreier veröffentliche Umfrage als einzige den tatsächlichen Wahlausgang korrekt prognostizieren. Die sonstigen veröffentlichen Umfragen sahen zunächst eine Mehrheit für Beatrice Soltys, anschließend schwankten die Ergebnisse stark, so dass zeitweise auch bis zu einem Drittel der Stimmen für Hanns Dämpf alias Markus Vogt prognostiziert wurden. Das tatsächliche Wahlergebnis verdeutlicht einmal mehr, dass einfache Onlineumfragen für eine Erfassung der Stimmung in der Bevölkerung ungeeignet sind und allenfalls Unterhaltungswert besitzen. Unterhaltungswert auch für die überregionale Presse, welche diese Ergebnisse unkritisch aufgegriffen hatte.
Das Institut Schreier stellt fest:

  • Das in der Öffentlichkeit entstandene verzerrte Bild eines Kopf-an-Kopf-Rennens mit guten Chancen für Soltys ist nicht in einer prinzipiellen Unfähigkeit der Umfrageforschung zur Prognose tatsächlicher Verhältnisse begründet. Vielmehr wurden Ergebnisse methodisch ungeeigneter Umfragen in Lokal- und Landesmedien unkritisch weiterkommuniziert.
  • Einfache Online-Befragungen mit selbstselektiven Stichproben ermöglichen keine Hochrechnungen tatsächlicher Verteilungen in der (Wahl-)Bevölkerung, sondern bieten lediglich kommunikationsstarken Interessengruppen die Möglichkeit, Ihre Positionen in die Öffentlichkeit zu tragen bzw. allgemein Aufmerksamkeit zu erzeugen.
  • Generell sollten Studien, die nicht nach bewährten wissenschaftlichen Standards durchgeführt wurden, grundsätzlich kritisch hinterfragt werden.

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